Der Mittag rückt näher, die Spannung steigt, so auch der Hunger. Ich wundere mich, warum ich auf der sonst so überfüllten Sonnenterrasse fast ganz alleine speise, dort wäre die Aussicht auf das Kommende doch mit am besten. Die Sonnenfinsternis tritt ein, vergeht. Ich hatte den Ehrenplatz und fühle mich wie der Grund der Veranstaltung.
Erst nach der Rückkehr zu meinem Schreibtisch wird mir erzählt, dass das der morgentlichen Aufregung zugrunde liegende Gefühl eher Angst als Vorfreude war. Eine Sonnenfinsternis, die ist göttergewollt und verheißt im Allgemeinen nichts Gutes. Als ich gegen 17h wie gewohnt das Büro zum Antreten des Heimweges verlasse, begegnet mir auf selbigem eine Kollegin, deren Bekanntschaft ich bereits gemacht habe. Besagte Kollegin steht nur noch knappe drei Monate vor ihrer Auslieferung (Anmerkung des Erzählers: Auslieferung im Sinne der wörtlichen Übersetzung von delivery). "Oh you are already leaving", sagt sie zu mir, "And you are just coming?" frage ich verwundert. "Yes. You know, pregnant women are meant to stay inside during a solar eclipse. The gods may otherwise punish them with a disabled child."
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